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Klick hier um im Hintergrund die offizielle Hymne zu hören!

 
 
Daniela und ich haben beschlossen, trotz der Hitze an der Street Parade teil zu nehmen. Ich habe den Entschluss keinen Moment bereut, dies ist eine ganz spezielle Demonstration, ein ganz besonderes Fest!

An keinem anderen Anlass sehe ich so wenige Betrunkene, an keinem Fest ist es so leicht mit allen links und rechts Kotakt zu knüpfen, selten sieht man, dass die Leute sich gegenseitig so selbstverständlich helfen und ich war noch nie an einem anderen Anlass, an dem ich absolut nie belästigt oder von Männern angemacht wurde!!!

Gerne stehe ich für die eigentlichen Themen dieser Demonstration ein, also für Freiheit, Frieden und Toleranz - nein auch die Stimmung über der ganzen Stadt fasziniert mich immer wieder. Am letztjährigen Umzug hatte ich mich über die sehr dominanten Sponsoren geärgert, ich wollte mich nicht zu einer Konsum-Demonstration gesellen. Die eigentlich originelle Idee, die Strassenschilder Zürichs mit Street Parade Aufdrucken zu überkleben fand ich zwar cool, aber musste da Coca-Cola soooo dominant drunter stehen??? Und als ich dann auf dem ersten Lovemobile auch noch die Insignien des 2ten Hauptsponsors entdeckte war für mich die Street Parade 2002 zu Ende.

Dieses Jahr war es zwar nicht weniger schlimm - vielleicht bin ich diesbezüglich "verständiger" geworden - der Anlass ist perfekt organisiert, die Sicherheitsmassnahmen sind vorbildlich und die zur Verfügung gestellte Infrastruktur geradezu perfekt - und das alles hat halt seinen Preis! Jedenfalls machte es mir dieses Jahr nicht so viel aus, dass unser Bellevue/Bürkliplatz zur Coca-Cola-Vue geworden ist - hatten sie doch eine schöne Bühne aufgebaut und viele Animationstänzer sorgten für Stimmung. Dass sie die verschiedenen aufgestellten Bühnen (auch am Limmatquai) Friendship-Stages nannten, war mir auch sympathisch.

 

Die Kölnische Rundschau berichtet:

Zürich - Die heisseste Street Parade seit Start des Technospektakels ist am Samstag durch Zürich gezogen. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 35 Grad tanzten nach Angaben der Veranstalter knapp 1'000'000 Raver bei der 12. Parade zu hämmernden Techno-Klängen durch die Strassen. Damit hat die Züricher Parade als nunmehr grösste Techno-Parade der Welt auch ihr Berliner Vorbild, die Love Parade, überrundet. An dem Berliner Techno-Umzug hatten vor vier Wochen 750 000 Menschen teilgenommen.

Passend zum heissen Sommerwetter stand die diesjährige Parade unter Motto «Let the sun shine». Grell kostümierte und teils extrem leicht bekleidete Raver tanzten bei tropischen Temperaturen auf den 25 Love Mobiles. Von den Wagen schallten Techno-, House-, oder Trance-Sounds mit bis zu 100 000 Watt in die Menge. Nackte oder nur knapp bedeckte Oberkörper, vielfach bemalt oder tätowiert, zuckten zu den Rhythmen. Rund ein Drittel der Fans war aus Deutschland angereist.

Wegen der grossen Hitze stellte die Feuerwehr Duschflächen bereit. Abkühlung fanden die erhitzten Tänzer aber auch direkt im Zürichsee. Ausserdem wurde nach Angaben der Organisatoren Sonnencreme kostenlos verteilt. Rund 750 Menschen mussten von Rettungssanitätern versorgt werden. Die schwerste Verletzung blieb jedoch ein Knochenbruch. Vor allem mussten Insektenstiche und Schnittwunden sowie auf Grund der grossen Hitze Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme behandelt werden.

Der grosse Erfolg der Street Parade 2003 strafe alle jene Lügen, welche behaupteten, die Techno-Bewegung sei tot, sagte Street Parade-Sprecher Stefan Epli. Ein Grund für den grossen Zulauf gerade in Zürich könne die günstige Lage im Zentrum Europas sein. Ausserdem biete die Street Parade mit ihrer Kulisse von Bergen, See und Züricher Altstadt ein besonderes Flair. «Es war nie der Sinn, die Love Parade besuchermässig zu toppen», betonte Epli.

Im vergangenen Jahr hatten trotz strömenden Regens und Temperaturen um 17 Grad rund 600 000 Menschen teilgenommen, im Rekordjahr 2001 war es eine Million. Auch in diesem Jahr verzichteten die Organisatoren auf den Verkauf von Alkohol. Das habe sich bewährt sagte Epli. Es gebe weniger Aggressivität. Die Street Parade solle eine friedliche Parade bleiben.

Die NZZ schreibt:

18 Journalistinnen und Journalisten aus der ganzen Welt reisten dieses Wochenende als Gäste von Zürich Tourismus an, um sich von der Wandlungsfähigkeit Zürichs zu überzeugen. Ausgestattet mit Kamera und Notizblock stürzten sie sich am Samstagnachmittag zusammen mit weiteren mehr als 900 000 Menschen in die Party-Wogen. ... Gegen Abend treffen sich die Medienleute wieder auf dem Dach des Converium-Gebäudes. Bei Weisswein und Canapés werden Eindrücke ausgetauscht und die schwitzende, bunte Masse von oben bestaunt. Die Suche nach kritischen Stimmen erweist sich als aussichtslos. Die Journalisten sind durchgehend begeistert. Der italienische Reporter Riccardo Fiorina ist unterwegs für das Lifestyle-Magazin «Jack». So etwas sei in Italien undenkbar. Eine Million Leute, die friedlich auf die Strasse gingen. Allein die politische Situation würde dies nicht zulassen. Hier habe jeder die Möglichkeit, sich selber zu sein. Auch sein Kollege von Radio Popolare ist sich sicher: «Ein Anlass wie dieser ist einmalig!» Nicht einmal Berlins Love Parade sei damit zu vergleichen, obwohl diese nach wie vor die grössere Bekanntheit habe. Er will wissen, was die Street Parade den Zürchern bedeute: «Na ja, ein weiteres Fest eben.» Der kanadische Journalist schreibt für ein Gay- Magazin. Auch er ist von Zürichs Toleranz begeistert. Nein, in Kanada gebe es nichts Vergleichbares. Auch wenn Kanada in gewissen Dingen sehr fortschrittlich sei, die Gesinnung werde dort nicht so öffentlich zur Schau getragen. Der spanische Journalist fasst sich kurz: «Simplemente maravilloso!», einfach grossartig.
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... das war's für dieses Jahr!