Heute ist ein ganz besonderer Tag im Jahr ... der Tag der Wintersonnenwende.

Der kürzeste Tag des Jahres ist angebrochen und zugleich liegt die längste Nacht des Jahres eben hinter uns.

Dieser Tag wurde dem Apostel Thomas darum gewidmet, weil er an der Auferstehung des Herrn am Längsten von allen zweifelte... er also am Längsten in der dunklen Nacht des Unglaubens verharrte.

Der Name Thomas kommt aus dem hebräischen und bedeutet Zwilling. Thomas war Fischer bevor er Jesus folgte ... klick doch auf das Bild unten, wenn Du etwas mehr über ihn erfahren möchtest:

 
 

Der heilige Thomas gilt als "Patron" von Portugal, Goa, Urbino, Parma, Riga, den Thomas-Inseln und des Kirchenstaates.

Er ist Schutzheiliger der Architekten, Geometer, Maurer, Zimmerleute, aller Bauarbeiter, der Steinhauer, Feldmesser und - wohl wegen seiner Zweifel - der Theologen. Er wird oft angerufen bei Rückenschmerzen und auch für eine gute Heirat...

Auf Bildern wird er aufgrund seiner Geschichte meist mit Bart, Schwert, Lanze und Winkelmass dargestellt.
 


 

Er hat viele Gedenktage im Jahr ... je nach christlicher "Ausrichtung":

Die Katholiken gedenken seiner am 3. Juli, die Orthodoxen am 6. Oktober. Als Übertragung der Gebeine und Kleider gilt der 20. Juni.

Der evangelische Gedenktag ist der 21. Dezember ... eben heute.


 

 


 

Am Thomastag begegnet man vielen Sitten, die man auch in der Silvesternacht wieder findet. Wenn heiratslustige Mädchen bis Mitternacht aufbleiben und dann ins Wasser oder in den Spiegel schauen, so sehen sie das Gesicht des Zukünftigen.  

Ein leider etwas in Vergessenheit geratener schöner alter Brauch ist es spätestens am heutigen Tag seine Güter durchzugehen und alles Geliehene dem wirklichen Besitzer zurückzugeben.

Der 21. Dezember heisst in manchen Gegenden auch Schweinethomas. Es war der Beginn der Schlachtfeste, denn man meinte, nach diesem Termin schmeckte das Schweinefleisch am besten.

Der Thomastag ist auch Backtermin: am Tag vor Thomas wird das Kletzenbrot gebacken. Am Thomastag sammelten die Frauen das Mehl für das Weihnachtsgebäck.

Das Wetter des kommenden Jahres gab das Thomasorakel preis. Gerstenkörner wurden in einen Blumentopf gepflanzt und nach Weihnachten konnte "sicher" abgelesen werden, ob sich die kommende Ernte lohnen wird.

 

 
 
Der Thomastag ist auch die erste der 12 Rauhnächte (auch Rauchnächte). Nach altem Glauben beginnt jetzt der Einzug der Winterdämonen.

In diesen Nächten treten vorchristliche, heidnische Gestalten aus Überlieferungen auf. In ihnen wüten dem Volksglauben nach die alten Geister und Götter, das „Wilde Heer" gegen den Sieg des Lichtes. In der Dreikönigsnacht wird dann ihre Macht gebrochen. Es sind die Nächte, in denen man das Böse und die Unholde ausräuchert (daher Rauchnacht) und schliesslich mit geweihter Kerze bannt.

In Süddeutschland und Österreich ist es heute noch üblich, dass der Bauer mit der Bäuerin in der Nacht der Heiligen drei Könige in räuchernd und geweihte Kerzen abbrennend durch das Haus geht. Auch die Kreide, mit der die Anfangsbuchstabe er 23 Könige über die Türen geschrieben werden, muss geweiht sein.

Träume in den Rauchnächten sollen einen Blick in die Zukunft erlauben... .

Eigentlich soll nun alle Arbeit ruhen. Es darf in dieser Zeit nichts gewaschen oder aufgehängt werden, nichts soll gebacken und nichts soll getan werden, was mit drehenden Bewegungen verbunden ist.

 

 

 
Die Wintersonnenwende war auch in anderen Kulturen ein sehr wichtiger Tag und wurde zum Teil sehr wild und ausgelassen gefeiert...

 

Die griechische Mythologie

Helios, der Sonnengott, fährt täglich mit dem Sonnenwagen über den Himmel, wo er alles sehen kann, was auf Erden geschieht. Nachts kehrt er in einer goldenen Schale vom fernen Westen an den Ostrand der Welt zurück. Als "Sol invictus" (unbesiegte Sonne) wurde der Gott seit dem 3. Jahrhundert nach Christus im römischen Reich als dessen höchster  Beschützer allgemein verehrt. Die Wintersonnenwende wurde besonders gefeiert, weil sie die zu erwartende Wiedergeburt der Natur und die Aussicht auf neues Leben ankündigte.


 

Die römischen Saturnalien

Im heidnischen Rom dauerte das grosse Winterfest vom 17. Dezember bis zum Neujahrstag und wurde zu Ehren von Saturn, dem Gott des Ackerbaus, begangen. Allmählich wurde diese Feierlichkeit zur Rechtfertigung für zügellose Lustbarkeiten und Festgelage. Im 2. Jahrhundert beschrieb der Dichter Lukian die Saturnalien als eine Zeit zum "Trinken und Betrunkensein, Lärmen, Spielen und Tanzen, der Ernennung von Königen und Bewirtung der Sklaven". Freunde und Kinder wurden beschenkt, beliebt waren Glücksbringer, Honig, Kuchen und Gold. Die Häuser wurden mit Efeu, Stechpalmen- und Mistelzweigen geschmückt und jegliche Arbeit wurde verboten.



Hayden (Wicca)

Heute, am Julfest (auch Yule), dem Tag der Wintersonnwende feiert man den Tod des alten und die Geburt des neuen Jahres.

 Nach dem kürzesten Tag des Jahres wird die Kraft der Sonne wieder stärker, die Tage werden länger. Aus dem Julfest ist das Weihnachtsfest hervorgegangen. Die Übernahme des Gedanken der Geburt Jesu als Erlöser der Christen spiegelt die Geburt des neuen Jahres als Erlösung aus dem alten Jahr wider.

Das Entzünden von Kerzen, die das Licht herbeiholen sollen, die Kerzenkronen der Mädchen am Lucia-Fest, die Kerzen am Weihnachtsbaum und dieser selbst stammen noch von den alten Riten her. In Skandinavien verschenkt man Julböcke aus geflochtenem Stroh oder bäckt sie. Sie sind ein Sinnbild für den Gehörnten Gott, der heute aus dem Schoss der Göttin wiedergeboren wird.


 
Ich staune immer wieder, wie die Zeit vergeht... eben habe ich realisiert, wie kurz die Tage sind und schon beginnen sie wieder länger zu werden.

Schön zu sehen wie das Licht langsam wieder zurückkehrt, nicht? Und es war schon den Urvölkern Grund genug, ein grosses Fest zu feiern.

Ich wünsche Dir, dass Dein Leben voll hellen Lichtes ist, dass Dich auch in der Dunkelheit nie ganz verlässt...